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Ich bin mobil, geschäftlich beschlagen und zukunftsgläubig wie ein UBS-Fan.

Als alter Gespenster-Experte weiss ich, auch ein Eurospuk ist nur Spuk. Und spuken tut es in meinem Urner Heimet erwiesenermassen seit 1873.

Deshalb habe ich meine Erkenntnis – Wie ich die UEFA lieben lernte – in meinem eigenen Blog-Heimet veröffentlicht.

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Im Stadion – und auch „beim Besuch der Zürcher Euro-Fanzone! – ist sponsor-gerechte Kleidung erwünscht. Sollten Dutzende Leute das Logo eines Nicht-Sponsors tragen, würde man einschreiten, sagte Zürichs Euro-Delegierter Daniel Rupf im Tages Anzeiger.

Aber das ist schon nicht natürlich. Also es ist so: ich und meine Freunde, wir sind 37 Fans. Ausgezeichnete Schweizer. Und wir wollen richtig patriotisch sein. Keine Dreiviertel-Schweizer und keine Secondos in Rot-Weiss.

Aber die Tenü-Kontrolle verunsichert uns schon: Wir wollen nämlich alle 37 im SVP-Shirt zum Match!

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Bemerkung der Chefredaktion: Willkommen ZgraggenSchagg bei Eurospuk 08. Ab jetzt gibts hier von ihm regelmässig unregelmässige Einschätzungen zum Fussballdings.

Sie erinnern sich: Drei Basler Wirte am Rheinufer mitten in der Fanzone weigerten sich heldenhaft, das offizielle Eurobier auszuschenken. Daraufhin beschloss die Uefa, die drei Beizen während dem Turnier mit einem 2.2 m hohen Zaun einzupacken, was den Gastrobetrieben nicht nur die Sicht auf die Grossleinwand, sondern auch die auf den Rhein versperrt hätte. Eine Bierinsel quasi. Ein ungeheuerlicher Vorgang, der an Geschmacklosigkeit kaum zu überbieten und in der europäischen Gastronomieszene bisher einmalig ist.

Die Drohung der Uefa hat sich nun in heisse Luft aufgelöst. Ganz offensichtlich hatten die Uefaleute die Rechnung ohne die drei Wirte gemacht, die das Ding tatsächlich durchziehen wollten und hinter dem Zaun bereits eine alternative Party vorbereitet hatten. Das war den Fussballbossen dann doch nicht ganz geheuer. Nicht wegen der Empörung der Leute, sondern wegen der Bilder, die da zweifellos um die Welt gegangen wären (und schon jetzt gegangen sind).

Man stelle sich vor, CNN und Al Jazeera würden von dieser kruden Euro-Mauer in Basel berichten. Davon, wie sich dahinter eine fröhliche und uefafreie Fanzone an allerlei Biersorten gütlich tut. Wie die Fans es geniessen, ohne läppischen Dresscode und ohne aufdringlich scheinheiliges Sponsorengeschwurbel dem Turnier zu frönen. Es wäre ein PR-Gau gewesen.

Darum haben die Uefamanager jetzt ein wenig Heu heruntergegeben und grossspurig verkündet, dass der Zaun nun nicht mehr 2.2 m hoch wird, sondern nur noch 1.2 – 1.4 m. Ob das den Lächerlichkeitskoeffizienten in gleichem Massstab eindampft, bleibt abzuwarten. Zaun bleibt Zaun. Lächerlich bleibt lächerlich – und damit weiterhin weltweit ein gefundenes Fressen für den Boulevard.

Fakt ist zudem, dass alle anderen Wirte in der Fanzone Basel die exorbitanten Geldforderungen zu begleichen, das Bierdiktat zu befolgen und den Sponsorendresscode zu schlucken haben. Nur die drei Beizer in Basel können zapfen was sie wollen.

Eigentlich schafft der unbeholfene Fallrückzieher der Uefa im Fall Basel eine ganz neue Ausgangslage – ein Präjudiz sozusagen. Boah: Wenn die das können, sollte man meinen, sollten das andere auch können. Eigentlich müsste das hunderte von Nachahmern finden. Beizer, die sich pragmatisch sagen: Wenn die dürfen, darf ich auch.

Denkste. Die Eurowalze hat die Schweizer Gastronomie dermassen paralysiert, dass es bisher keinem einzigen Kneipier in den Sinn gekommen ist, den Basler Freipass zu übernehmen. Vermutlich haben viele Wirte schon Verträge unterzeichnet und befinden sich wegen juristischer Falltüren in Schockstarre. Andere denken sich wohl, falls sie überhaupt denken, dass sie eh keine Chance haben gegen den millardenschweren Uefakonzern.

Mittlerweile pfeiffen es sogar die Spatzen von den Dächern, dass die Uefa mit ihren Drohungen eigentlich nur die Kleinen meint. Gegen die Ambushkampa der Migros drohte man anfangs noch juristisch vorgehen zu wollen, tat es dann aber doch nicht. Denner machts, die CS machts, viele andere grosse Player kochen ihre Ambushsüppchen. Die Uefa tut nichts gegen sie. Ein Prozess gegen solche Unternehmen würde zu lange dauern, zu viel kosten und das Image der Uefa noch weiter in den Keller spülen.

Einfache Kneipiers, kleine Public Viewing Orgas und die Zuschauer in Stadien und Fanzonen werden aber weiterhin mit juristischem Sperrfeuer zugemüllt und mit läppischen Vorschriften genervt.

Ob das alles mit dem Fairnessmotto zu vereinbaren ist, mit dem die Uefa penetranterweise dauernd rumwedelt, muss bezweifelt werden. Der gesunde Menschenverstand und der viel zitierte gute Geist des Sports ist dabei schon lange auf der Strecke geblieben. Immer mehr Leute wenden sich entsetzt ab und fahren ihre Private Viewings hoch – mit Local Beer und Free Dresscode.

Gut so.

Wie sehr die Eurowalze alles und jeden einlullt, sieht man u.a. daran, wie Städte mit ihrer Stadt umgehen. Ganze Innenstädte werden zu Fanzonen umfunktioniert, die Anwohner können selber schauen, wie sie damit umgehen. Erstaunlich auch, dass viele dieser Konzepte erst in den letzten Monaten, in der Provintz vielenorts auch erst in den letzten Wochen präsentiert wurden. So gilt man als Einsprecher natürlich gleich als Miesmacher.

Dem Zürcher Gewerbeverein Seefeld war das egal, er machte Einsprache gegen die Sperrung von Strassen für den privaten Verkehr – und bekam gestern Recht. Interessant die Begründung des Statthalters, NZZOnline zitiert ihn so:

Vielmehr scheine es, die Verantwortlichen wollten die Euro 08 dazu nutzen, ein riesiges Strassen- oder Volksfest zu veranstalten. Hiefür bestehe aber kein gewichtiges öffentliches Interesse, insbesondere, wenn dafür wichtige Verbindungsstrassen zwischen einzelnen Quartieren blockiert werden müssten. Das öffentliche Interesse daran, die Hauptverkehrsachsen ungehindert befahren zu können, überwiege klar.

Man spricht in Zürich von einem Scherbenhaufen. In der Tat: einen Monat vor der Party ist da guter Rat teuer. Die NZZ weiter:

Weniger als einen Monat vor dem ersten EM-Spiel ist eine Konzeptänderung für die Festivitäten kaum mehr möglich. Die Bewilligungen für die Marktstände und die Barbetriebe sind erteilt, die Grossleinwände für das Public Viewing auf dem Sechseläutenplatz und am Seebecken sind bestellt, Tickets sind verkauft und Verträge mit Sponsoren abgeschlossen.

Sehr erstaunlich befremdend unprofessionell ist der Umstand, dass der Zürcher Stadtrat dieses rigorose Verkehrskonzept (Sperrung der Utoquaibrücke und einen Teil des Utoquais an 20 Tagen von jeweils nachmittags bis am anderen Morgen) erst im Dezember 2007 präsentiert hatte. Er war sich seiner Sache so sicher, dass er nicht mal eine Alternative in der Hinterhand hat. Das war zu hoch gepokert und endete gestern vorläufig in einem Megafettnäpfchen. Jedes Pfadilager ist besser aufgestellt.

Der Zürcher Stadtrat ist ab diesem Entscheid völlig aus dem Häuschen. Er wirft nicht nur dem Statthalter Inkompetenz vor, er ergreift auch alle juristischen Kanonen Mittel dagegen. Die NZZ meint, es werde sehr hektisch in Zürich die nächsten Tage. Man denke auch an die anderen Imagebaustellen der Euro 08.

Wir sagen mal folgenden Fortgang der Geschichte voraus:

Die Einsprachen des Stadtrats werden von allen Instanzen abgeschmettert.

Der Stadtrat cancelt die Fanzone Zürich und geht nach Leukerbad zur Kur.

Gut so.

Quelle > NZZ Online

Die Uefa hat ein Image Problem. Sagen die Veranstalter der gecancelten FCB-Arena in Basel. Nach einem schleppenden Vorverkauf wurde das Event mit 2’000 Plätzen kurzerhand gestrichen. Auch die UBS Arena in Zürich läuft schlecht. Von 80’000 Tickets wurden erst ein Viertel abgesetzt. Und wie man hört, sind die Gesuche für Public Viewings weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Die unsäglichen Vorschriften der Uefa dürften ein Hauptgrund dafür sein.

> Quelle: Werbewoche

Falls doch noch jemand ein Public Viewing hochfahren möchte und sich im Dschungel von Tarifen noch nicht ganz zurechtgefunden hat: Die Kollegen vom EM2008-Blog haben sich die Mühe gemacht, das Ganze aufzudröseln: Public Viewing – Was ist erlaubt, was kostet? (Eine Liste des Grauens).

> EM2008-Blog

Das Interesse an der EM ist nicht nur mässig, es sinkt. 2002 freuten sich 80% auf das Fussballdings, 2005 waren es noch 50% und einen Monat vor dem Anpfiff noch 41%. Nur gerade 30% der Interessierten wollen eine Fanzone besuchen. Das fand eine Studie der Sonntagszeitung heraus. Pikant: An der WM 06 sagte eine vergleichbare Studie das grosse Volksfest in Deutschland voraus.

> Quelle: TA Online

Schon die WM 2006 ging als das vermutlich erste Megaevent mit rigorosen Kleidervorschriften in die Geschichte ein. Diese Unsitte soll nun an der EM2008 noch perfektioniert werden. Mit einem T-Shirt oder einem Hut Ihres geliebten lokalen Bierbrauers brauchen Sie weder in einem Stadion noch in einer offiziellen Fanzone anzutanzen. Mit drastischen Einsätzen von verdeckten Crews will das die Uefa verhindern und beispielsweise schon an Bahnhöfen und Zufahrtsstrassen checken, wer da mit wolchem Logo auf der Brust anreist. Nach Recherchen der Handelszeitung prüft die Uefa momentan sowohl technisch wie rechtlich, wie weit sie die Überwachung der Fans treiben kann.

> Handelszeitung: Wie die Uefa ihr Hoheitsgebiet schützt

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PS: Die Short Spuks erscheinen hier regelmässig unregelmässig. Hinweise aus dem Fussvolk bitte an ballerina.eurospuk@gmail.com. Die Illustration dazu stammt von nille – vielen Dank.

Frau Seitenlinie, unsere Sonderkorrespondentin aus einer betulichen Schweizer Kleinstadt (man möchte sagen „Grossdorf“), betreibt ein Kleingewerbe mit Kundentraffic inmitten der dort heranziehenden Public Viewing Zone. Das ist hartes Brot.

Von den grossen und offiziösen Fanzonen in den Grossstädten hört man ja die unglaublichsten Geschichten. Aber auch in den kleinen Städten und in Dörfern spukt es laut und deutlich. Lokalpolitiker sind von dem Megafussballdings ziemlich angetörnt und stampfen Veranstaltungen aus dem Boden, die es vorher nicht mal zum 500jährigen Jubiläum der Dorfkirche gegeben hatte.

Auch auf dem Dorf wird locker in Kauf genommen, dass da der eine oder andere Betroffene vom herbeigezauberten „öffentlichen Interesse“ stillschweigend überrollt wird. Was den Kneipier neben der Videowand in pure Entzückung versetzt, mag vielen anderen Gewerblern nicht so recht gefallen.

Genau eine solche Gewerbetreibende ist unsere verehrte Frau Seitenlinie. Sie berichtet hier exklusiv und subjektiv aus den dilletantischen Untiefen einer Public Viewing Zone in der tiefen Schweizer Provinz. Hier der erste Teil dieser Serie, Updates folgen permanently.

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Wer weiss, vielleicht gehören Sie zu jenen Glücklichen, die kürzlich in der Einkaufsstrasse einer Public-Viewing Zone zu Blümchen kamen. Genauer gesagt: gelben Tulpen. Damit hat man Ihnen zeigen wollen, wie sehr Sie als Besucher und Kunde des Ortes geschätzt werden, wie wichtig Sie der aufstrebenden Kleinstadt sind. Was man Ihnen genau erzählt hat beim In-die-Hand-drücken dieser hübschen Pflanzen, weiss ich leider nicht – ich habe die Strassenseite gewechselt und bin dieser PR-Aktion ausgewichen.

Während Sie nämlich unter Umständen hoch erfreut ein Blümchen mit nach Hause getragen haben („so wichtig bin ich denen“), gehöre ich zu jenen, die im Juni ganz dicht dabei sind. Nicht mitten drin, sondern geradewegs an der Seitenlinie. Sprich: in unmittelbarer Nähe der Public-Viewing-Zone. Und dort gibt’s keine Blümchen zu verteilen. Lange Zeit nicht einmal Informationen. Und schon gar kein Dankeschön-dass-Sie-diesen-ganzen-Rummel-klaglos-aushalten. Im Gegenteil.

Die irgendwann doch noch als Informationsabend angekündigte Veranstaltung erwies sich als gut 45-minütiges Werbe-Event (grauseliges Wort, nicht wahr?) erster Güte, inklusive obligater Power-Point-Präsentation mit bunten Bildchen und hübschen Schlagworten. Das Verkehrskonzept, das eigentlich nicht wirklich eins ist, wurde in fünf Minuten vorgestellt. Wobei vorgestellt das falsche Wort ist, denn wo es nichts vorzustellen gibt, kann man auch nichts vorstellen. Das Sicherheitskonzept der Marke „Hoffnung“ erwähnen wir hier gar nicht erst. Dafür wurden kritische Fragesteller schon mal mit einer ziemlichen Arroganz abgekanzelt („Lärm ist eine Einstellungssache“ / „Seid nicht so pessimistisch“). Und falls Sie gerade fragen wollten: Nein, auf den Tischen standen keine Blümchen.

Vielleicht sollte man die lokalen Organisatoren, zu denen eine Marketingfirma gehört, einmal in einen Marketing-Kurs schicken. Dort würden Sie mit etwas Glück lernen, wie man mit Kunden umgeht. Auch wenn es nur Zwangskunden sind, die sich dem Rummel Euro 2008 nicht entziehen können. Zugegeben, keine einfache Klientel. Aber unter Umständen wären sie schon glücklich, wenn einmal jemand „Danke“ sagen würde. Es müssten nicht einmal Blümchen sein.

Benedikt Weibel ist Delegierter des Bundes für die reibungslose Durchführung des grössten Sportevents, den die Schweiz je gesehen hat. Sein Budget: 82 Millionen CHF (51 Mio. Euro). Seine Mission: Gute Stimmung machen. Sein Versprechen: „Vom 7. Juni an ist alles, was jetzt geschrieben wird, nur noch Makulatur.”

Sagt er in einem Interview bei persönlich.com. Da sind wir allerdings nicht so sicher. Die Skepsis gegenüber solchen Grossveranstaltungen und insbesondere gegenüber dem sonderbaren und einnehmenden Gebahren der Uefa und der Sponsoren wächst unübersehbar. Ebenso die Zweifel an den angepeilten Marketingeffekten solcher Megaevents – etwa im Dienste des Tourismus.

Der Fan von heute sei der Gast von morgen, lautet der Tenor. Mag ja sein, dass der eine oder andere Fan später wieder kommt. Aber in früheren Eurodestinationen sind die erhofften Zuwachsraten – so singen es die Spatzen von den Dächern – langfristig ausgeblieben. Oder erinnert sich noch jemand an die Hostcitys der Euro 04 in Portugal? Kennen Sie jemand, der wegen der WM 06 nach Deutschland in die Ferien gefahren ist?

Link: Das Interview mit Benedikt Weibel bei persönlich.com

sie ist ein spuk, die euro 2008. innenstädte werden okkupiert, freundlichkeitskampas durchs land gestossen, rechte gebogen und omnipräsenz markiert. sie machen ganze quartiere dicht, packen beizen ein, ziehen sexmeilen auf. eine flächendeckende businesswalze rollt an.

davon handelt dieses blog. überall wo’s spukt, schauen wir hin.

hinweise bitte in den comments oder an den scheffschiri:

gugusugugu@gmail.com

wir wünschen allen – trotz allem – ein flottes fussballfest.

ugugu + ballerina