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Ich bin mobil, geschäftlich beschlagen und zukunftsgläubig wie ein UBS-Fan.

Als alter Gespenster-Experte weiss ich, auch ein Eurospuk ist nur Spuk. Und spuken tut es in meinem Urner Heimet erwiesenermassen seit 1873.

Deshalb habe ich meine Erkenntnis – Wie ich die UEFA lieben lernte – in meinem eigenen Blog-Heimet veröffentlicht.

Ich habe das Kuhfladen-Orakel (eine alte Schächtentaler Weisheit, die nur noch ich praktiziere), befragt: Was wird geschehen in den VIP-Logen? Und: Kann sich die Schweiz qualifizieren für den Viertelfinal?

Die Antworten:

1: Das 4:4 von Frankreich gegen Italien wird überschattet von einem schweren Zwischenfall: Ein Polizei-Hund frisst ein Kaviar-Brötchen, das aus der VIP-Loge geflogen kam. Der Hund erleidet unheilbare Magen- und Darmschäden. Die Werferin: ein 15jährige, entfernte Verwandte von Silvio Berlusconi. Sie wird dazu verurteilt, ein normales Meisterschaftsspiel Milan-Roma in ganzer Länge anzuschauen und dann einen Lied-Text darüber zu schreiben

2: Ottmar Hitzfeld reisst sich die Haare büschelweise aus, als Streller die 4. Hunderprozentige vergibt. Minuten später tritt Hitzfeld in den Ruhestand, als VIPs ihm die Haarbüschel zum Signieren hinstrecken.

3: Der Zürcher Stadtpräsident Elmar Ledergerber hat einen seiner berüchtigten Wutanfälle. Er nennt den rumänischen Präsidenten einen „VIP-Terrorist“, weil der Rumäne mit 5 VIP-Pässen jonglieren kann. Da hilft keine Entschuldigung mehr: Zürich muss die nächsten Jahre auf rumänische Einwanderer verzichten.

4: Eine Drohne filmt im Genfer VIP-Bereich den Sex zwischen der designierten Miss Schweiz 2010 und dem Chauffeur eines berühmten Bank-CEO. Die schuldige Drohne wird von einem Abfang-Jäger der Bank abgeschossen, das brennende Wrack fällt direkt in die Genfer Kehricht-Verbrennungsanlage. Der BLICK bemerkt vom Vorfall überhaupt nichts.

5: Die Schweiz führt im entscheidenden Vorrunden-Spiel gegen Portugal nach 82 Minuten mit 2:1, obwohl sie nur noch 7 Spieler hat. Wie’s ausgeht? Das kann ich nicht mit Sicherheit sagen, die Kuhfladen-Strukturen sind hier unscharf (s. Foto unten), aber …

… es scheint – aber das ist mit Vorsicht zu geniessen, – es scheint (aber bitte behafte mich nicht darauf!), dass–nein. Ich schweige.

PS: Der Fladen stammt von einer Kuh meines Nachbarn („Felicitas“), weil das Thema „Euro“ meine Missen wahnsinnig macht.

Wir haben es geahnt: Die hemmungslose Pornografisierung des Fussballbusiness erreicht das Merchandising Department des kommenden Soccerevents.

Aufgedeckt hat’s wiedermal ein Blogger: Karsten Füllhaas papparazierte im Manor Basel, einem Warenhaus 1.0, die kopuliernden Euro-Maskottchen „Trix und Flix„. Somit hat die verkappte Sexkampagne via Thun, Bern und Rio de Janeiro nun auch das prüde Basel erreicht und kollidiert dort aufs heftigste mit den Masern, einer als ausgerottet geglaubten Epidemie, die im blödesten Fall noch die Stadien leerräumen könnte.

Soweit die Fakten. Wie ist der Vorgang einzuschätzen? Michel Platini sagte auf Anfrage: „Alles im grünen Bereich, Maradona fand es auch okay.“ Zu den Gerüchten, man habe Max Mosley für die Eröffnungsrede angeheuert, wollte Platini nichts sagen.

Dazu sagen wir auch nichts.

Eine Businesswalze wie dieses Fussballdings ist natürlich auch für den Boulevard ein gefundenes Fressen. Klar, dass man da aus vollen Rohren klotzt und auf allen Hochzeiten mittanzt.

Auf der einen Zeitungsseite lustige Wettbewerbe und aufgeblasene Peoplestorys, gleich auf der nächsten solidarisiert man sich mit dem gemeinen Fussballvolk, das sich über die Mangelware Ticket aufregt.

Da man den Sponsoren – die z.B. Ungeheuerlichkeiten wie die Biergeschichte in Basel durchsetzten (und vermutlich die meisten Tickets besitzen) – auch als BLICK nicht gut an den Karren fahren kann, müssen wiedermal die Politiker herhalten. Die haben nämlich dafür, dass sie die Millionensubventionen für die Euro durchgewinkt haben, Gratistickets bekommen. Ein völlig normaler Vorgang. Jeder Jodlerclub lädt den Gemeinderat zum Vortragsabend ein. Inkl. Wurst und Wein.

Der BLICK macht aus den Politikertickets natürlich eine saftig empörte Politkerschelte, um sich beim Soccercrowd einzuschleimen. Er empfiehlt seinen Lesern auf einer Doppelseite (gestern, nur Print), die Politiker per E-Mail um die ollen Gratistickets anzubetteln und nennt unter dem Bild der 24 Politker auch gleich noch die jeweiligen E-Mailadressen. Die betroffenen Parlamentarier dürften noch bis ca. Sonntagabend mit dem Löschen von mehreren tausend Mails beschäftigt sein. Eine Art Spam sozusagen.

Schlimm? Ach was, that’s Boulevard 08. Dass dieser immer ein wenig schlimmer wird, gehört zum Geschäft.

Benedikt Weibel ist Delegierter des Bundes für die reibungslose Durchführung des grössten Sportevents, den die Schweiz je gesehen hat. Sein Budget: 82 Millionen CHF (51 Mio. Euro). Seine Mission: Gute Stimmung machen. Sein Versprechen: „Vom 7. Juni an ist alles, was jetzt geschrieben wird, nur noch Makulatur.”

Sagt er in einem Interview bei persönlich.com. Da sind wir allerdings nicht so sicher. Die Skepsis gegenüber solchen Grossveranstaltungen und insbesondere gegenüber dem sonderbaren und einnehmenden Gebahren der Uefa und der Sponsoren wächst unübersehbar. Ebenso die Zweifel an den angepeilten Marketingeffekten solcher Megaevents – etwa im Dienste des Tourismus.

Der Fan von heute sei der Gast von morgen, lautet der Tenor. Mag ja sein, dass der eine oder andere Fan später wieder kommt. Aber in früheren Eurodestinationen sind die erhofften Zuwachsraten – so singen es die Spatzen von den Dächern – langfristig ausgeblieben. Oder erinnert sich noch jemand an die Hostcitys der Euro 04 in Portugal? Kennen Sie jemand, der wegen der WM 06 nach Deutschland in die Ferien gefahren ist?

Link: Das Interview mit Benedikt Weibel bei persönlich.com