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Ich bin mobil, geschäftlich beschlagen und zukunftsgläubig wie ein UBS-Fan.

Als alter Gespenster-Experte weiss ich, auch ein Eurospuk ist nur Spuk. Und spuken tut es in meinem Urner Heimet erwiesenermassen seit 1873.

Deshalb habe ich meine Erkenntnis – Wie ich die UEFA lieben lernte – in meinem eigenen Blog-Heimet veröffentlicht.

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Basel macht seinem Ruf als progressivste Stadt der Schweiz auch in Sachen Euro 08 alle Ehre: Nach den mutigen 3 Beizern bietet nun auch eine Kleinbrauerei den Eurobossen die Stirn. Mit einem Protestbier und pikanten Aktionen in der Stadt.

Nur gerade drei Gastronomen haben sich gegen die unsäglichen Uefavorschriften ernsthaft gewehrt. Alle anderen Beizer in den Fanzonen, also ca. 99.99999%, haben sich dem bizarren Bierdiktat der Uefa mehr oder weniger stillschweigend hingegeben. Einzig die Berner Oberländer Gemeinde Unterseen (Interlaken) hat dem dänischen Bier ein originall oberlendisches „No Way“ erteilt. „Wir trinken hier unser eigens Bier (Rugen), da kann kommen wer oder was will“, so der dortige Stapi sinngemäss.

Einen Schritt weiter geht nun die Kleinbrauerei „Unser Bier“ in Basel. Mit dem Slogan „BASEL. MEHR ALS NUR CALRSBREG.®“ geht die aufmüpfige Volksbrauerei (über 4’000 Aktionäre) mit einem eigentlichen Protestbier an den Start. 15’000 Flaschen „offizielles Trittbrettfahrerbier“, 1’000 T-Shirts (siehe oben), div. Aktionen in der Stadt und auf dem Rhein – alles parat. Inkl. Megaposter mitten in der City:

Ein Jammer, dass das nur die Basler kapieren. Ein Jammer, wie lächerlich sich die Uefageldsäcke auch in Wien aufführen. Dort kann der einheimische „G’spritzte“ in den Fanzonen nur mit einer Ausnahmebewilligung angeboten werden. Lustfeindlicher gehts nicht mehr.

Das ist noch eine kurlige Geschichte! Ich habe mir gestern am Fernseher das Euro-Magazin angeschaut. Und irgendwie waren meine Gefühle für die UEFA und das Team so lau. Ich habe dann – ES TUT MIR LEID! – kein Sponsorbier getrunken. Sondern ein kühles Luzerner Bier.

Als dann herauskam, dass wir ohne Coltorti und ohne N’Kufo auskommen müssen, wurde ich deprimiert. Plötzlich schwante mir, was ich fühlen werde, wenn wir ausscheiden („Switzerland Zero Points“ und so).

Ich trank ein weiteres, tristes Luzerner Bier. Das machte mich im Kopf – ganz komisch – plötzlich frei.

Mir wurde klitzeklar: Wenn wir mal draussen sind, können wir SUBVERSIV sein. Wir können die UEFA und ihr Sponsor-Bier ungeniert unterwandern!!

Ich testete erstmals das Unterwandern. Ich trank weitere Nicht-Sponsor-Biere aus Luzern, so zwei bis sieben.

Und siehe da, ich lerne ganz neue, unbekannte Gefühle: Ein ekstatisches Hämmern im Schädel.

Sie erinnern sich: Drei Basler Wirte am Rheinufer mitten in der Fanzone weigerten sich heldenhaft, das offizielle Eurobier auszuschenken. Daraufhin beschloss die Uefa, die drei Beizen während dem Turnier mit einem 2.2 m hohen Zaun einzupacken, was den Gastrobetrieben nicht nur die Sicht auf die Grossleinwand, sondern auch die auf den Rhein versperrt hätte. Eine Bierinsel quasi. Ein ungeheuerlicher Vorgang, der an Geschmacklosigkeit kaum zu überbieten und in der europäischen Gastronomieszene bisher einmalig ist.

Die Drohung der Uefa hat sich nun in heisse Luft aufgelöst. Ganz offensichtlich hatten die Uefaleute die Rechnung ohne die drei Wirte gemacht, die das Ding tatsächlich durchziehen wollten und hinter dem Zaun bereits eine alternative Party vorbereitet hatten. Das war den Fussballbossen dann doch nicht ganz geheuer. Nicht wegen der Empörung der Leute, sondern wegen der Bilder, die da zweifellos um die Welt gegangen wären (und schon jetzt gegangen sind).

Man stelle sich vor, CNN und Al Jazeera würden von dieser kruden Euro-Mauer in Basel berichten. Davon, wie sich dahinter eine fröhliche und uefafreie Fanzone an allerlei Biersorten gütlich tut. Wie die Fans es geniessen, ohne läppischen Dresscode und ohne aufdringlich scheinheiliges Sponsorengeschwurbel dem Turnier zu frönen. Es wäre ein PR-Gau gewesen.

Darum haben die Uefamanager jetzt ein wenig Heu heruntergegeben und grossspurig verkündet, dass der Zaun nun nicht mehr 2.2 m hoch wird, sondern nur noch 1.2 – 1.4 m. Ob das den Lächerlichkeitskoeffizienten in gleichem Massstab eindampft, bleibt abzuwarten. Zaun bleibt Zaun. Lächerlich bleibt lächerlich – und damit weiterhin weltweit ein gefundenes Fressen für den Boulevard.

Fakt ist zudem, dass alle anderen Wirte in der Fanzone Basel die exorbitanten Geldforderungen zu begleichen, das Bierdiktat zu befolgen und den Sponsorendresscode zu schlucken haben. Nur die drei Beizer in Basel können zapfen was sie wollen.

Eigentlich schafft der unbeholfene Fallrückzieher der Uefa im Fall Basel eine ganz neue Ausgangslage – ein Präjudiz sozusagen. Boah: Wenn die das können, sollte man meinen, sollten das andere auch können. Eigentlich müsste das hunderte von Nachahmern finden. Beizer, die sich pragmatisch sagen: Wenn die dürfen, darf ich auch.

Denkste. Die Eurowalze hat die Schweizer Gastronomie dermassen paralysiert, dass es bisher keinem einzigen Kneipier in den Sinn gekommen ist, den Basler Freipass zu übernehmen. Vermutlich haben viele Wirte schon Verträge unterzeichnet und befinden sich wegen juristischer Falltüren in Schockstarre. Andere denken sich wohl, falls sie überhaupt denken, dass sie eh keine Chance haben gegen den millardenschweren Uefakonzern.

Mittlerweile pfeiffen es sogar die Spatzen von den Dächern, dass die Uefa mit ihren Drohungen eigentlich nur die Kleinen meint. Gegen die Ambushkampa der Migros drohte man anfangs noch juristisch vorgehen zu wollen, tat es dann aber doch nicht. Denner machts, die CS machts, viele andere grosse Player kochen ihre Ambushsüppchen. Die Uefa tut nichts gegen sie. Ein Prozess gegen solche Unternehmen würde zu lange dauern, zu viel kosten und das Image der Uefa noch weiter in den Keller spülen.

Einfache Kneipiers, kleine Public Viewing Orgas und die Zuschauer in Stadien und Fanzonen werden aber weiterhin mit juristischem Sperrfeuer zugemüllt und mit läppischen Vorschriften genervt.

Ob das alles mit dem Fairnessmotto zu vereinbaren ist, mit dem die Uefa penetranterweise dauernd rumwedelt, muss bezweifelt werden. Der gesunde Menschenverstand und der viel zitierte gute Geist des Sports ist dabei schon lange auf der Strecke geblieben. Immer mehr Leute wenden sich entsetzt ab und fahren ihre Private Viewings hoch – mit Local Beer und Free Dresscode.

Gut so.

In der ganzen Aufregung rund um hunderttausende Nachfrager für ein paar zehntausend Tickets ist die Frage nach den Eintrittspreisen völlig untergegangen. Sie sind gigantisch.

Den Rekord in Sachen Eintrittspreise hält hierzulande vermutlich die amerikanische Star-Diseuse Barbara Streisand mit ihrem Konzert im Juni 2007 im Hallenstadion Zürich. Die Tickets kosteten zwischen 500 und 1’500 Franken (300-900 Euro), VIP-Tickets gingen für über 2’000 (1’250) weg.

Ganz aufgegangen ist die Rechnung aber nicht. Das Stadion konnte zu diesen Preisen nicht gefüllt werden, kurz vor dem Gig wurden hunderte (tausende?) von Tickets zu Preisen um die 100 Franken verscherbelt.

Davor wird das grosse Fussballdings garantiert gefeit sein. Um die paar zehntausend Tickets rissen und reissen sich Millionen von Fans. Wenn nicht gerade die Masern voll durchbricht oder sonst ein Tsunami anrollt, werden die Stadien proppevoll sein. Voll mit cüplinippenden VIP-Gästen und gut verdienenden Fussballafficionados.

In der ganzen Aufregung um die Verlosung der Tickets, den gigantischen Run auf dieselbigen und das grosse Trara drumherum ging jedoch die Frage nach den Eintrittspreisen völlig unter. Sie sind – wie alles an der Euro 08 – happig. Wirklich?

Schauen wir uns die Preise genau an, in Euro:

Eröffnungsspiel: 250/170/70

Gruppenspiele: 110/80/45

Viertelfinals: 180/110/60

Halbfinale: 300/180/80

Finale: 550/335/160

Plus Verwaltungsgebühr pro Ticket: 10-40

Ist das viel? Wir finden schon. Immerhin wird der Sportsfreund im und vor dem Stadion mit Werbung ohne Ende zugekleistert. Der gemeine Fussballfan ist in der Regel kein Grossverdiener und der angefressene Fan möchte sich vielleicht mehr als nur ein Spiel angucken. Zu berücksichtigen sind auch die Reise- und Übernachtungskosten. Und die Verpflegungskosten mit Carlsberg-Zwang, die sicher nicht zu tief ausfallen werden.

Die Eintrittspreise passen auch hinten und vorne nicht zum latent scheinheiligen Geschwurbel rund um die Förderung der Jugend. Welcher Schüler kann sich das leisten? Eine vierköpfige Familie legt für den Viertelfinal auf den billigsten Plätzen 280 Euro (450 Franken) hin. Zu viel für den Volkssport Fussball.

Man darf gespannt sein, wie sie das an der WM 2010 in Südafrika machen. Dort sind 100 Euro für viele Menschen ein ganzer Monatslohn.

Angenommen, ich arbeite als Kellner in einer kleinen Kneipe in Bern. Nehmen wir weiter an, diese Kneipe darf während der Euro 08 nur ein kleines Gartenrestaurant mit bösem Bier betreiben. Nehmen wir weiter an, ich will mein Trinkgeld durch das Vermieten meines Gästezimmers etwas aufpimpen. Tja… – dann nimmt der Berner Stadtschreiber an, dass ich ihm eine Beherberungstaxe zu entrichten habe. Ganz im Gegensatz zu seinem Zürcher Kollegen.

Vermutlich wird die Stadt während der Euro 08 ein paar Securitas-Grosis zur Kontrolle der Beherberungstaxenerhebung von Tür zu Tür schicken. Das wird dann wohl nicht ganz kostendeckend sein, aber dem Prinzip ist genüge getan.

Hier der Link zum zu den Infos bei espace.ch.

sport und drogen sind ja irgendwie eng miteinander verknüpft. dass fussballer an der meisterfeier mal einen heben, ist bekannt. oder zwei oder auch mal ausserhalb einer feier. dass dopingmässig im fussball wenig skandale zu vermelden sind, ist auch bekannt. aber dass in der schweizer nati schon vor jahrzehnten leibhaftig gekifft wurde, das brüskiert uns schon heftig.

kein geringerer als paul wolfisberg, der unsere jungs in den 80ern zu höchstleistungen brachte, hats jetzt zugegeben: er habe damals in mombasa, eine erotikdestination in kenia, mit seinen jungs in einer disco einen joint geraucht. mehr dazu bei infamy.

und jetzt kommen die holländer in die schweiz zur euro. man darf gespannt sein, ob sich die stadt bern analog zur sexmeile auch in sachen kiffen etwas haben einfallen lassen. oder ob wenigstens hier der freie (schwarz)markt noch spielen darf.

sie ist ein spuk, die euro 2008. innenstädte werden okkupiert, freundlichkeitskampas durchs land gestossen, rechte gebogen und omnipräsenz markiert. sie machen ganze quartiere dicht, packen beizen ein, ziehen sexmeilen auf. eine flächendeckende businesswalze rollt an.

davon handelt dieses blog. überall wo’s spukt, schauen wir hin.

hinweise bitte in den comments oder an den scheffschiri:

gugusugugu@gmail.com

wir wünschen allen – trotz allem – ein flottes fussballfest.

ugugu + ballerina