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Vladimir Putin lässt grüssen. Eine Fussball-Sketchserie des Westschweizer Fernsehens TSR passt der Uefa überhaupt nicht in den Kram. In der Genfer Fanzone Plainpalais wollte die Uefa die Sendung sogar verbieten lassen. Das Schweizer Fernsehen kuscht.

Die Uefa findet die Satiresendung „Fururofoot“ gar nicht lustig. Die Satiresendung hätte ab nächstem Montag zur besten Sendezeit auf TSR 1 ausgestrahlt werden sollen. Sie sei „geschmacklos“, findet die Uefa. In den Sketchs spielt ein gewisser ‚Georges Blotter‘ den Direktor eines imaginären Europäischen Forschungszentrums für den Fussball der Zukunft (Cerfa).

Vor allem wie der attraktive Fussball der Zukunft aussehen soll, muss Sepp Blatter und Michel Platini sauer aufgestossen sein. An brisanten Themen mangelt es nicht: „Comment soudoyer un arbitre“ – „Wie besticht man einen Schiedsrichter?“.

Beim Westschweizer Fernsehen kuscht man vor den Uefa-Bossen: Zur Hauptsendezeit wird TSR 1 nur noch eine abgespeckte Version ausstrahlen. Das Original gibts erst nach Mitternacht zu sehen. Und erreicht damit genau das Gegenteil: Alle möchten die Sendung sehen. Bereits sind die ersten Staffeln der Sendung auf Youtube aufgetaucht. Enjoy:

Mehr Futurofoot auf Youtube

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Letzte Tipps für alle Fussballfans, die in den nächsten vier Wochen in der Schweiz unbesorgt Public Viewen wollen. Es gibt da nähmlich ein paar Dinge, von denen sie sich keineswegs beunruhigen lassen sollten. Wenn Sie sich an folgende Anweisungen halten, kann ihnen absolut nichts passieren:

  • Ohropax, das sind diese kleinen gelben Dinger, die Sie unbedingt dabei haben sollten. Am besten stöpseln Sie diese gleich zu Beginn der Spiele in die Ohren. Die Dezibelwerte können während der Fussballspiele überraschend ansteigen.
  • Schalten Sie ihr Handy vor und während der Spiele immer auf Abhörmodus. Damit wir uns richtig verstehen, es ist Krieg Fussballeuropameisterschaft. Private Botschaften können sie ihren Liebsten nach der EM wieder ins Ohr säuseln.
  • (Nicht nur, aber auch für Holländer) Lassen Sie ihren Wohnwagen für einmal zu Hause in der Garage stehen, es hat noch genügend freie Übernachtungsmöglichkeiten. Reservierung nicht nötig.
  • Ganz wichtig: Informieren Sie sich bei Ankunft vor Ort über die spezifischen lokalen Sitten und Gebräuche. Ist Jubeln erlaubt? Welches Bier darf ich trinken? Sind Waffen erlaubt? Denn, wie es sich in einem föderalistisch organisierten Land gehört, gibt es keine einheitliche Einsatzdoktrin.

Alle weiteren Informationen finden Sie in diesem hervorragenden Pocket-Guide (pdf, unbedingt ausdrucken) vom Verein Grundrechte.

In drei Tagen geht der Spuk erst richtig los. Unterdessen haben wir eine gute und eine schlechte Nachricht. Zuerst die schlechte: Die New York Times, ansonsten eine zuverlässige Quelle für unsere Mitarbeiter am Newsdesk, kann mit dem Wort Eurospuk nach wie vor nichts anfangen.

Die gute Nachricht ist mir soeben entfallen. Also, was wir ihnen eigentlich mitteilen wollten – noch so ein ein lausiger Einstieg in diesen Text – neben der NYT ignoriert auch die Schweizer Presse das Phänomen Eurospuk hartnäckig. Vor allem seit unserem fiesen Rundumschlag über deren mangelhafte EM-Berichterstattung.

Umso mehr freut uns das überwältigende Echo im Rest der internationalen Presse, insbesondere dasjenige der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung„, der „Fuldaer Zeitung“ und der „Schaumburger Nachrichten„.

Aber auch das Feedback des besten französischsprachigen Blogs in Form eines schnieken Werbebuttons. Merci et allez les bleues! (Sind zwar Schweizer, mehr Französisch können wir leider aber auch nicht).

Was wir unseren Lesern noch eigentlicher mitteilen wollten: Unterdessen spukt es nicht mehr nur rund um die grosse Fussballsause, sondern selbst in diesem Blog. Aber das kriegen wir bis zum Eröffnungsspiel in den Griff. Versprochen. Die Ursachen lassen wir derzeit vom Institut für Grenzgebiete der Psychologie und Psychohygiene wissenschaftlich untersuchen. Vermutlich liegts an unserem Server in Basel.

Michel Platini und seine Copains haben die Euro08 total verpennt. Zumindest im Netz. Wer www.Euro08.com in seinen Browser tippt, angelt sich nicht zufällig die letzten EM-Tickets, sondern höchstens einen Job bei Al Jazeera. Das Malheur entdeckt haben die investigativen Gratisblattreporter von „20 Minuten“. Übrigens, alle Domains ab Euro52 sind noch zu haben, mit Ausnahme von Euro80.

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Der Riesenfussball auf dem Jet d’eau in Genf ist nicht mehr. Weil nicht ganz Wasserdicht wurde der Marketingzauber von Genf in Revision geschickt. Zugesetzt hat dem Ball allerdings weniger das Wasser von unten, sondern der Regen von oben. Gekostet hat die Aktion gerade mal eine Kleinigkeit von 360 000 Franken (exklusive Reparaturkosten). Wenn sie nichts besseres zu tun haben, dürfen sie uns gerne melden, wenn die Blase von Genf wieder auf der Live-Cam auftaucht.

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Sie wollen noch ein Public Viewing aus dem Boden stampfen? Dann wird es aber langsam Zeit, über die grösse des Bildschirms nachzudenken. Wie wir in Short Spuks II berichteten, ist die Sache nämlich extrem kompliziert. Vielleicht warten sie aber doch besser bis kurz vor dem Anpfiff? Wie gesagt, wir haben den Überblick längst verloren. Ach was, stellen sie einfach eine Leinwand in den Garten. Irgendwer von der UEFA wird seinen Anteil schon rechtzeitig abzügeln.

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Was wäre ein Trainingslager der Schweizer Kicker ohne ein Besuch der besten Profi-Fussballerin im Mannschaftshotel? Moment, das geht uns doch gar nichts an. Und überhaupt, eine ausführliche Medienkritik hatten wir hier doch bereits vorgestern. Überlassen wir die Antwort auf diese äusserst brisante Frage von SF DRS für einmal anderen Profis.

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Und zum Abschluss noch die Headline des Tages: „GV richtet sich nach Euro08-Spielplan„. Das überrascht sie jetzt vielleicht weniger. Wir hingegen finden das grossartig. Wollen ja nicht, dass wegen diesem Fussballdings noch die Demokratie flöten geht.

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PS: Die Short Spuks erscheinen hier regelmässig unregelmässig. Hinweise aus dem Fussvolk bitte an ballerina.eurospuk@gmail.com. Die Illustration dazu stammt von nille – vielen Dank.

Aus der Luft droht keine Gefahr. Die unbemannten Überwachungsflugzeuge der Schweizer Armee, die während der Euro08 zum Einsatz kommen, sind nicht mit Waffen bestückt. Nach der EM könnte sich dies ändern.

Die Schweizer Armee hat in Punkto Sicherheit alles im Griff. Zumindest darf sie endlich einmal das Drohnengeschwader in einem „Ernstfall“ testen. Nach der EM sollte uns das leise surren über den Stadien etwas mehr beunruhigen. Das behaupten nicht wir, sondern ein Grüppchen unentwegter Idealisten, die sich für Lappalien wie Grundrechte einsetzen.

Die gleichen Grundrechts-Fanatiker übrigens, welche vor einem Monat anlässlich einer öffentlichen Veranstaltung darüber informierten, was derzeit sonst noch alles im Windschatten der Euro08 an neuen Sicherheits- vorkehrungen aufgegleist wird. Für die Zeit nach der EM. Sicher ist sicher. Das Medienecho war gewaltig. Immerhin ein Artikel erschien dazu in einer überregionalen Tageszeitung.

Wir von Eurospuk hingegen zweifeln keinen Moment daran, dass die innere Sicherheit nach der EM wieder eine reine Aufgabe von zivilen Behörden sein wird. Oder muss man sagen: Wir befürchten es?

Jetzt mal keine Panik. Wenn selbst der deutsche Innenminister Schäuble sagt:

Es gibt keinen Grund zur Beunruhigung, was derzeit unter Verschärfung des Staatsschutzgesetzes in der Schweiz geplant wird, haben diese faulen Käsebracken
ohnehin nur von mir abgeschrieben!

Das beruhigt jetzt den einen oder anderen vielleicht weniger. Sicher aber ist, früher oder später werden die islamistischen Hooligans wieder abziehen, und wir unsere Ruhe Fiche haben.

10 Millionen Franken kostet der Einsatz der Schweizer Armee während der EURO 08. Leise säuseln bereits heute die Militär-Drohnen über unseren Häusern. Überwachung zu Testzwecken.

Langsam aber sicher machen wir auf der Eurospuk-Redaktion uns ernsthafte Sorgen um das Sicherheitsdispositiv in unserem Nachbarland. Im Gegensatz zur Schweiz verzichtet Österreich auf einen Einsatz ihrer Kampftruppen, dafür vertickert das österreichische Bundesheer noch schnell die letzten EM-Tickets.

Böse Zungen behaupten zwar, das Militär komme bei uns auch nur zum Einsatz, weil hierzulande der Sportminister im Nebenamt auch noch das Militär betreut. Nix da! Wir können das Gegenteil Beweisen. Na ja, ein richtiger Beweis ist das zwar nicht, aber immerhin eine Pressemitteilung, aus der klar und deutlich hervorgeht, um was es eigentlich geht:

International gilt die Schweiz als zuverlässig, pünktlich und friedlich. Während der EURO 2008 kann die Schweiz diesen Ruf bestätigen.

Eben. Und zu diesem Zweck darf auch schon mal die oberste Armeeleitung freundlich in die Kamera lächeln und einen Tipp fürs Endspiel abgeben. Oder aber erklären, dass nicht die 10’000 Soldaten die sich irgendwo verstecken, um nicht mit den Fussballfans in Kontakt zu kommen den Grossteil des 10-Millionen- Budgets verschlingen, sondern der Einsatz der militärischen Überwachungsflugzeuge vom Typ „Ranger“.

Unter Experten ist derzeit zwar noch umstritten, ob nicht die Drohnen an sich das grösste Sicherheitsrisiko darstellen. Am Austragungsort Genf will man zumindest vorsichtshalber drauf zu verzichten.

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Appropos: Falls sie geschätzte Leserinnen und Leser in den kommenden Wochen spektakuläre Aufnahmen solcher Flugobjekte liefern können, sagen wir natürlich nicht nein. Einfach Kamera draufhalten, Mailadresse steht im Impressum. Muss ja nicht gleich eine vom Himmel purzelnde ‚Ranger‘ sein.

Zur eindeutigen Identifikation dieser fliegenden Überwachungskameras: Hier ein ‚Ranger‘ beim Start und eine in der Luft. Alles weiteren Details die sie zum Thema „sportliche Videoüberwachung“ wissen müssen, hat Herr Ravenhorst hervorragend zusammengefasst.

Und noch etwas: Die Ranger in der Luft sind keinesfalls mit den Rangern am Boden zu verwechseln.

Mindestens einen Grund haben wir nun doch gefunden, weshalb wir uns bereits heute auf das Ende der Fussball-EM freuen:

Es lässt sich jetzt schon mit Sicherheit sagen, dass die Erwartungen der Veranstalter enorm sind und das Ergebnis der Berichterstattung für die Initiatoren nur eine Richtung kennt: Die der fantastischen, gelungenen, rundherum erfolgreichen EURO 08 – unabhängig davon was sich tatsächlich ereignet hat.

Gesagt hat dies der österreichische Filmemacher Georg Steinböck, für dessen Dokumentarfilm wir hier gerne etwas Gratis-PR leisten. Ziel seiner filmischen Mission ist die Begleitung des untypisch-typischen Fussballfans Bert Unrau, den er während des dreiwöchigen Fussball-Sausenzaubers in Österreich und der Schweiz begleiten will. Aber seht selbst:

Österreichs Fussball-Legenden tragen derzeit die EM-Euphorie in die ganze Welt. Davon zeugt dieses einmalige Ton- und Bilddokument unserer Nachbarn von der Neigungsgruppe Kantersieg. Und das bereits seit Ende Februar!

Die Europhorie und der Elan, den die Hauptakteure in diesem Film ausstrahlen, neben Bundeskanzler Gusenbauer sind dies die Ex-Internationalen Hans Krankl, Herbert Prohaska und Anton Polster, ist so unheimlich ansteckend, dass wir unsere Leser darum bitten, den Film erst ganz kurz vor dem Eröffnungsspiel anzuschauen.

Toni Polsters Aussage (ab Minute 3:54) beschäftigt derzeit noch unsere Linguisten. Und immer dran denken – gilt vor allem für kritische Journalisten – am Ende einer Presskonferenz stets Beifall klatschen.

Fussballfreunde- und Feinde rannten Eurospuk08 bereits in der ersten Woche die Bude ein. An dieser Stelle ein recht herzliches Dankeschön an unsere Leser. Wir sind schlichtweg überfordert überwältig, weshalb wir die Redaktion kurzerhand um 200 Stellenprozent aufstocken: Welcome on Board Spotthesoccercat und Frau Seitenlinie, zwei erwiesene Fussballexperten, denen wir momentan noch die Offside-Regeln beibringen. Möglich wurde dies alles durch das überwältigende Medienecho:

Die „Wision Times“ schreibt:

Erst gestern «erschien» dieser Blog zum ersten Mal, bereits heute befindet er sich in meiner Blogroll. Chappeau, würde der Solothurner Zünfter sagen, das ist neuer Rekord!

„Le Monde de Gebsn“ urteilt nüchtern:

Begeisterung für die Euro 08? Gerne, wenn sie vom Herzen kommt. Keinesfalls darf aber im Zuge der auferlegten Begeisterungspflicht für die UEFA- Veranstaltung Kritik an bedenklichen Begleiterscheinungen wie die Vernachlässigung von rechtlichen Standards (Bauvorschriften, Bier- markenpflicht etc.), die fröhliche und freigiebige Subventionierung aus der Staatsschatulle und die hemmungslose Kommerzialisierung der Sportveranstaltung zu kurz kommen.

Eine boulevardeske Lügenkampagne gegen dieses Blog
führt derzeit hingegen die „Sauglatto dello Sport„:

Nun haben sich die Bünzlis sogar ein Sprachrohr geschaffen, um ihren Hass in die Welt zu tragen…

Freundliche Erwähnungen ebenfalls beim Werbeblogger, im Elch-Kurier, bei Leumund, Halbwissen, Bugsierer, Fanatikr, Saile Kleins Papierkorb, Neigungsgruppe Kantersieg, Killerkitty und in der Weltkontrollzentrale. Danke! Wir wissen gar nicht, wie wir uns erkenntlich zeigen können, aber wir werden uns etwas einfallen lassen.

Es spukt. Nicht nur in der Schweiz, wie wir heute der ersten Fanpost aus Österreich entnehmen. Leserin O. H. aus L. macht uns via Mail auf eine kleine, aber feine Publikation aus Oberösterreich aufmerksam. Weil es an den vier Austragungsorten zu wenig freie Gefängnisplätze gibt, werden 400 Insassen kurzerhand umplatziert. Ein deutlicher Hinweis, dass auch in Österreich die Freundlichkeitskampagnen erste Spuren hinterlassen:

Europameisterschaft Österreich

An dieser Stelle ein recht freundliches „Servus“ an Frau O.H aus L. Solche Hinweise freuen uns ausserordentlich. Gerade aus Österreich. Sie wohnen an einer der vier Austragungsorte (verdammt! wo ist mein Panini-Buch? ah, da…) Wien, Salzburg, Insbruck-Tirol oder Klagenfurt? Kennen Sie schon unsere Rubrik Eurospotting?