Die Uefa verbietet eine Ticket Verlosung der SP-Fraktion des Basler Grossen Rates. Während die künstliche Vorfreude in den Medien langsam auf die nächste Zündstufe hochgefahren wird, mit homöopathischer Wirkung übrigens, tritt die Uefa noch schnell in ein ganz besonders peinliches Fettnäpfchen. Sie verbietet den SP Politikern, ihre Gratistickets an eingefleischte, aber finanziell schwächer gestellte Fans weiterzugeben. Könnte ja sein, dass  dann plötzlich einfache Leute in den VIP Logen rumhängen und dort den Smalltalk durcheinander bringen. Die Schweiz schüttelt einmal mehr den Kopf ab dieser enormen Massierung von feudalistischem Kleingeist.

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100’000 Liter Urin verpinkelten die Fans 2006 im Berliner Tiergarten. Pro Tag. An der Fauna in dem weltberühmten Park entstand ein Schaden von 200’000 Euro. In Zürich – man rechnet dort mit einem Urinaufkommen von ca. 50’000 Liter/Tag – will man es nicht soweit kommen lassen. Die Sträucher und Bäume werden regelmässig abgeduscht und damit die biergesäuerte Urinbrühe etwas verdünnt. Nichtsdestotrotz geht man davon aus, dass 50% der Männer Wildpinkler sind. Macht in Züri 25’000 Liter, die dann von sog. Schwemmfahrzeugen aus vollgepissten und stinkenden Gassen weggespült werden müssen. Täglich. Wer das alles bezahlt, dürfte klar sein: Die Uefa nicht.

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85 neue Top Hotspots für Ganoven entstehen im Juni in der Schweiz, denn soviele Polizeiposten werden dicht gemacht. Die Polizisten werden an der Euro 08 gebraucht. Im Kanton Freiburg sind es gleich 20 verwaiste Polizeiposten – ganze Landstriche werden dort quasi zu rechtsfreien Zonen. Die Polizeigewerkschaft ist entsetzt. Div. Ganovensyndikate sollen bereits am Rekognoszieren sein. Bürgerwehren sind eine Frage von Tagen. Michel winkt ab: „Wir übernehmen alle Schäden.“

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Alptraum Video gegen Frauenhandel – Stimmungstöter als Feigenblatt. Warum die Frauenorgas das Fussballdings für eine Kampa ambushen, ist  nur einigermassen einleuchtend, wie sie es machen, ist zumindest merkwürdig. Ein ziemlich brutaler Spot, gedreht in London von Topfilmkraft Jeff Thomas, wird am Fernsehen und in den Fanzonen gezeigt, und auf der Website der Kampa. Embedden geht aber nicht. Auch sonst kommt die Website eher einsnullig daher und sieht aus wie solche Kampaseiten halt aussehen: Viele PDFs, eine Petition und ein Unterstützungskomitee. Warum die Kampa ausgerechnet an das Fussballdings gekoppelt wird, bleibt unklar. Die Vermutung liegt nahe, dass sich die Uefa das Ding im Sinne eines Feigenblatts (vor dem ganzen restlichen Marketinggetöse) einfach mal gefallen lässt. Ob das so was wird (mit den hehren Kampazielen), darf bezweifelt werden.

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Die Bierpreise sind in Österreich fast 50% höher. Und das kommt so: Die Hofbrauerei der Uefa ist bekanntlich Carlsberg. Dieser Konzern hat vor ein paar Jahren die Schweizer Nationalbrauerei Feldschlösschen geschluckt und die brauen jetzt das ganze Carlsbergbier für die Euro. Bis dieser Gerstensaft in Österreich angekommen und auf die paar hundert  Zapfstellen verteilt ist, soll das Logistikkosten in exorbitanter Höhe verursachen. Darum kostet in Stadien und Fanzonen ein Plastikbecher mit vier Deziliter Bier in der Schweiz 5 Franken und in Österreich 7.30. Liebe Carlsberg: Abgesehen davon, dass schon der CH-Preis Wucher ist, ist der Ösipreis eine Frechheit – völlig abgehoben. Wie kann man nur so unsensibel mit seinen Kunden umgehen?

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PS: Die Short Spuks erscheinen hier regelmässig unregelmässig. Hinweise aus dem Fussvolk bitte an ballerina.eurospuk@gmail.com. Die Illustration dazu stammt von nille – vielen Dank.

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