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Basel macht seinem Ruf als progressivste Stadt der Schweiz auch in Sachen Euro 08 alle Ehre: Nach den mutigen 3 Beizern bietet nun auch eine Kleinbrauerei den Eurobossen die Stirn. Mit einem Protestbier und pikanten Aktionen in der Stadt.

Nur gerade drei Gastronomen haben sich gegen die unsäglichen Uefavorschriften ernsthaft gewehrt. Alle anderen Beizer in den Fanzonen, also ca. 99.99999%, haben sich dem bizarren Bierdiktat der Uefa mehr oder weniger stillschweigend hingegeben. Einzig die Berner Oberländer Gemeinde Unterseen (Interlaken) hat dem dänischen Bier ein originall oberlendisches „No Way“ erteilt. „Wir trinken hier unser eigens Bier (Rugen), da kann kommen wer oder was will“, so der dortige Stapi sinngemäss.

Einen Schritt weiter geht nun die Kleinbrauerei „Unser Bier“ in Basel. Mit dem Slogan „BASEL. MEHR ALS NUR CALRSBREG.®“ geht die aufmüpfige Volksbrauerei (über 4’000 Aktionäre) mit einem eigentlichen Protestbier an den Start. 15’000 Flaschen „offizielles Trittbrettfahrerbier“, 1’000 T-Shirts (siehe oben), div. Aktionen in der Stadt und auf dem Rhein – alles parat. Inkl. Megaposter mitten in der City:

Ein Jammer, dass das nur die Basler kapieren. Ein Jammer, wie lächerlich sich die Uefageldsäcke auch in Wien aufführen. Dort kann der einheimische „G’spritzte“ in den Fanzonen nur mit einer Ausnahmebewilligung angeboten werden. Lustfeindlicher gehts nicht mehr.

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Die Uefa verbietet eine Ticket Verlosung der SP-Fraktion des Basler Grossen Rates. Während die künstliche Vorfreude in den Medien langsam auf die nächste Zündstufe hochgefahren wird, mit homöopathischer Wirkung übrigens, tritt die Uefa noch schnell in ein ganz besonders peinliches Fettnäpfchen. Sie verbietet den SP Politikern, ihre Gratistickets an eingefleischte, aber finanziell schwächer gestellte Fans weiterzugeben. Könnte ja sein, dass  dann plötzlich einfache Leute in den VIP Logen rumhängen und dort den Smalltalk durcheinander bringen. Die Schweiz schüttelt einmal mehr den Kopf ab dieser enormen Massierung von feudalistischem Kleingeist.

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100’000 Liter Urin verpinkelten die Fans 2006 im Berliner Tiergarten. Pro Tag. An der Fauna in dem weltberühmten Park entstand ein Schaden von 200’000 Euro. In Zürich – man rechnet dort mit einem Urinaufkommen von ca. 50’000 Liter/Tag – will man es nicht soweit kommen lassen. Die Sträucher und Bäume werden regelmässig abgeduscht und damit die biergesäuerte Urinbrühe etwas verdünnt. Nichtsdestotrotz geht man davon aus, dass 50% der Männer Wildpinkler sind. Macht in Züri 25’000 Liter, die dann von sog. Schwemmfahrzeugen aus vollgepissten und stinkenden Gassen weggespült werden müssen. Täglich. Wer das alles bezahlt, dürfte klar sein: Die Uefa nicht.

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85 neue Top Hotspots für Ganoven entstehen im Juni in der Schweiz, denn soviele Polizeiposten werden dicht gemacht. Die Polizisten werden an der Euro 08 gebraucht. Im Kanton Freiburg sind es gleich 20 verwaiste Polizeiposten – ganze Landstriche werden dort quasi zu rechtsfreien Zonen. Die Polizeigewerkschaft ist entsetzt. Div. Ganovensyndikate sollen bereits am Rekognoszieren sein. Bürgerwehren sind eine Frage von Tagen. Michel winkt ab: „Wir übernehmen alle Schäden.“

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Alptraum Video gegen Frauenhandel – Stimmungstöter als Feigenblatt. Warum die Frauenorgas das Fussballdings für eine Kampa ambushen, ist  nur einigermassen einleuchtend, wie sie es machen, ist zumindest merkwürdig. Ein ziemlich brutaler Spot, gedreht in London von Topfilmkraft Jeff Thomas, wird am Fernsehen und in den Fanzonen gezeigt, und auf der Website der Kampa. Embedden geht aber nicht. Auch sonst kommt die Website eher einsnullig daher und sieht aus wie solche Kampaseiten halt aussehen: Viele PDFs, eine Petition und ein Unterstützungskomitee. Warum die Kampa ausgerechnet an das Fussballdings gekoppelt wird, bleibt unklar. Die Vermutung liegt nahe, dass sich die Uefa das Ding im Sinne eines Feigenblatts (vor dem ganzen restlichen Marketinggetöse) einfach mal gefallen lässt. Ob das so was wird (mit den hehren Kampazielen), darf bezweifelt werden.

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Die Bierpreise sind in Österreich fast 50% höher. Und das kommt so: Die Hofbrauerei der Uefa ist bekanntlich Carlsberg. Dieser Konzern hat vor ein paar Jahren die Schweizer Nationalbrauerei Feldschlösschen geschluckt und die brauen jetzt das ganze Carlsbergbier für die Euro. Bis dieser Gerstensaft in Österreich angekommen und auf die paar hundert  Zapfstellen verteilt ist, soll das Logistikkosten in exorbitanter Höhe verursachen. Darum kostet in Stadien und Fanzonen ein Plastikbecher mit vier Deziliter Bier in der Schweiz 5 Franken und in Österreich 7.30. Liebe Carlsberg: Abgesehen davon, dass schon der CH-Preis Wucher ist, ist der Ösipreis eine Frechheit – völlig abgehoben. Wie kann man nur so unsensibel mit seinen Kunden umgehen?

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PS: Die Short Spuks erscheinen hier regelmässig unregelmässig. Hinweise aus dem Fussvolk bitte an ballerina.eurospuk@gmail.com. Die Illustration dazu stammt von nille – vielen Dank.

Das totale Chaos richtet die UEFA in Sachen Public Viewings an: Zwei Wochen vor Anpfiff ist (nach einem Gerichtsentscheid) in Sachen Tarife weniger als nichts klar. Das zweitgrösste Puff bahnt sich in den Fanzonen von kleinen Provintzstädten an: geregelt scheint vielenorts viel weniger als das nötigste, angerichtet wird aber mit der Jahrhundertkelle.

Schon die grossen Städte haben mit ihren Fanzonen und Public Viewings ihre liebe Mühe. In Basel mussten sie wegen anschleichendem PR-Gau die Biermauer um drei Restaurants von 2.20 m auf einszwanzig runterfahren, kicher. In Zürich läuft ein lokaler Gewerbeverein Sturm gegen das rigorose Verkehrsregime in seinem Quartier. In Bern geht man gar davon aus, dass die Euro 08 für den Stadionbetreiber ein Verlustgeschäft wird. Soweit so mürbe.

Noch viel skurriler gehts aber auf dem Land zu. Hier rollt die Eurowalze quasi alles platt. Hier fahren kleine PR-Buden und ambitionierte Lokalpolitiker richtig grosse Kisten hoch. So z.B. in Buchs, einer Kleinstadt im St. Galler Rheintal. Das dortige Marketing eröffnet das Online Getöse schon mal mit einem top Slogan Plagiat: Wir sind Buchs.

Gestatten – wir sind Eurospuk, die Expertenrunde mit dem kühlen Blick. Unsere Sonderkorrespondentin Frau Seitenlinie hockt in Buchs – als Kleingewerblerin – mitten in der Zone und ist verzweifelt. Sie telegrafierte uns folgende Depesche:

„Buchs ist bereit und freut sich auf ein Fest mit Ausstrahlung“

Dumm nur, dass das nicht alle Buchser wissen. Die direkten Anwohner zum Beispiel. Ihre Wohnzone wird für den Verkehr gesperrt – aber das hat ihnen irgendwie einfach noch niemand gesagt. Auch nicht, dass sie einen speziellen Pass brauchen, wenn sie mit ihrem Wagen bis vor ihre Haustür fahren oder von ihrer Haustür weg in die nähere oder weitere Welt gondeln möchten. Dasselbe gilt für Besucher, die mutig genug sind, während der Euro jemandem in dieser Zone ihre Aufwartung zu machen. Wie das mit den Geschäftskunden geht, weiss niemand so genau, weil einige der betroffenen Geschäftsinhaber noch nichts von einem solchen Pass wissen. Aber es bleibt ja auch noch jede Menge Zeit, darüber zu informieren, nicht wahr.

Seien wir also keine Spielverderber und wenden uns den positiven Aspekten der EURO 08 im Allgemeinen und jener des Public Viewing im Speziellen zu: Die Bahnhofstrasse ist beflaggt.

„Buchs blüht – so auch in der Bahnhofstrasse. Zum sanften Grün der Bäume gesellen sich als Auftakt des nationalen Fussball-Sommers die 16 Fahnen der UEFA EURO 2008 Teilnehmernationen…“

Und es gab eine nette Pressekonferenz:

„Genau einen Monat und zwei Stunden vor dem EM-Anpfiff luden wir zur Pressekonferenz. Kurz und bündig: Buchs ist bereit und freut sich auf ein Fest mit Ausstrahlung!“ Am Schluss gab’s ein süsses „Hopp“ mit auf den Weg: Sofort-Energie für den Vorbereitungs-End-spurt… und natürlich „Hopp Schwiiz“… wir wollen (über Buchs) nach Wien ;-)“

Den Energieriegel heben wir uns besser noch auf. Da keine offiziellen Parkplätze vorgesehen sind, und die öffentlichen Parkplätze auch ohne EURO 08 immer belegt sind, brauchen wir diese Energie unter Umständen, um die paar Kilometer vom wild geparkten Wagen zur UBS Arena hinter uns zu legen.

Nur noch wenige Tage. Wir freuen uns uneingeschränkt.

(Zitate von der Buchs Marketing Webseite)

Updates von Frau Seitnelinie aus dem schönen Buchs folgen hier permanently. Den ersten Teil finden sie hier.

Weitere Liveberichte von Public Wahnsinns Viewings sind jederzeit willkommen. Hier können Sie sich ausweinen. Wenden Sie sich an die Expertenrunde via ballerina@gmail.com

Ich habe das Kuhfladen-Orakel (eine alte Schächtentaler Weisheit, die nur noch ich praktiziere), befragt: Was wird geschehen in den VIP-Logen? Und: Kann sich die Schweiz qualifizieren für den Viertelfinal?

Die Antworten:

1: Das 4:4 von Frankreich gegen Italien wird überschattet von einem schweren Zwischenfall: Ein Polizei-Hund frisst ein Kaviar-Brötchen, das aus der VIP-Loge geflogen kam. Der Hund erleidet unheilbare Magen- und Darmschäden. Die Werferin: ein 15jährige, entfernte Verwandte von Silvio Berlusconi. Sie wird dazu verurteilt, ein normales Meisterschaftsspiel Milan-Roma in ganzer Länge anzuschauen und dann einen Lied-Text darüber zu schreiben

2: Ottmar Hitzfeld reisst sich die Haare büschelweise aus, als Streller die 4. Hunderprozentige vergibt. Minuten später tritt Hitzfeld in den Ruhestand, als VIPs ihm die Haarbüschel zum Signieren hinstrecken.

3: Der Zürcher Stadtpräsident Elmar Ledergerber hat einen seiner berüchtigten Wutanfälle. Er nennt den rumänischen Präsidenten einen „VIP-Terrorist“, weil der Rumäne mit 5 VIP-Pässen jonglieren kann. Da hilft keine Entschuldigung mehr: Zürich muss die nächsten Jahre auf rumänische Einwanderer verzichten.

4: Eine Drohne filmt im Genfer VIP-Bereich den Sex zwischen der designierten Miss Schweiz 2010 und dem Chauffeur eines berühmten Bank-CEO. Die schuldige Drohne wird von einem Abfang-Jäger der Bank abgeschossen, das brennende Wrack fällt direkt in die Genfer Kehricht-Verbrennungsanlage. Der BLICK bemerkt vom Vorfall überhaupt nichts.

5: Die Schweiz führt im entscheidenden Vorrunden-Spiel gegen Portugal nach 82 Minuten mit 2:1, obwohl sie nur noch 7 Spieler hat. Wie’s ausgeht? Das kann ich nicht mit Sicherheit sagen, die Kuhfladen-Strukturen sind hier unscharf (s. Foto unten), aber …

… es scheint – aber das ist mit Vorsicht zu geniessen, – es scheint (aber bitte behafte mich nicht darauf!), dass–nein. Ich schweige.

PS: Der Fladen stammt von einer Kuh meines Nachbarn („Felicitas“), weil das Thema „Euro“ meine Missen wahnsinnig macht.

Michel Platini und seine Copains haben die Euro08 total verpennt. Zumindest im Netz. Wer www.Euro08.com in seinen Browser tippt, angelt sich nicht zufällig die letzten EM-Tickets, sondern höchstens einen Job bei Al Jazeera. Das Malheur entdeckt haben die investigativen Gratisblattreporter von „20 Minuten“. Übrigens, alle Domains ab Euro52 sind noch zu haben, mit Ausnahme von Euro80.

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Der Riesenfussball auf dem Jet d’eau in Genf ist nicht mehr. Weil nicht ganz Wasserdicht wurde der Marketingzauber von Genf in Revision geschickt. Zugesetzt hat dem Ball allerdings weniger das Wasser von unten, sondern der Regen von oben. Gekostet hat die Aktion gerade mal eine Kleinigkeit von 360 000 Franken (exklusive Reparaturkosten). Wenn sie nichts besseres zu tun haben, dürfen sie uns gerne melden, wenn die Blase von Genf wieder auf der Live-Cam auftaucht.

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Sie wollen noch ein Public Viewing aus dem Boden stampfen? Dann wird es aber langsam Zeit, über die grösse des Bildschirms nachzudenken. Wie wir in Short Spuks II berichteten, ist die Sache nämlich extrem kompliziert. Vielleicht warten sie aber doch besser bis kurz vor dem Anpfiff? Wie gesagt, wir haben den Überblick längst verloren. Ach was, stellen sie einfach eine Leinwand in den Garten. Irgendwer von der UEFA wird seinen Anteil schon rechtzeitig abzügeln.

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Was wäre ein Trainingslager der Schweizer Kicker ohne ein Besuch der besten Profi-Fussballerin im Mannschaftshotel? Moment, das geht uns doch gar nichts an. Und überhaupt, eine ausführliche Medienkritik hatten wir hier doch bereits vorgestern. Überlassen wir die Antwort auf diese äusserst brisante Frage von SF DRS für einmal anderen Profis.

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Und zum Abschluss noch die Headline des Tages: „GV richtet sich nach Euro08-Spielplan„. Das überrascht sie jetzt vielleicht weniger. Wir hingegen finden das grossartig. Wollen ja nicht, dass wegen diesem Fussballdings noch die Demokratie flöten geht.

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PS: Die Short Spuks erscheinen hier regelmässig unregelmässig. Hinweise aus dem Fussvolk bitte an ballerina.eurospuk@gmail.com. Die Illustration dazu stammt von nille – vielen Dank.

Das ist noch eine kurlige Geschichte! Ich habe mir gestern am Fernseher das Euro-Magazin angeschaut. Und irgendwie waren meine Gefühle für die UEFA und das Team so lau. Ich habe dann – ES TUT MIR LEID! – kein Sponsorbier getrunken. Sondern ein kühles Luzerner Bier.

Als dann herauskam, dass wir ohne Coltorti und ohne N’Kufo auskommen müssen, wurde ich deprimiert. Plötzlich schwante mir, was ich fühlen werde, wenn wir ausscheiden („Switzerland Zero Points“ und so).

Ich trank ein weiteres, tristes Luzerner Bier. Das machte mich im Kopf – ganz komisch – plötzlich frei.

Mir wurde klitzeklar: Wenn wir mal draussen sind, können wir SUBVERSIV sein. Wir können die UEFA und ihr Sponsor-Bier ungeniert unterwandern!!

Ich testete erstmals das Unterwandern. Ich trank weitere Nicht-Sponsor-Biere aus Luzern, so zwei bis sieben.

Und siehe da, ich lerne ganz neue, unbekannte Gefühle: Ein ekstatisches Hämmern im Schädel.

Was machen eigentlich die grossen Schweizer Medienportale in Sachen Euro? Wenig bis gar nix, viel PR und weitgehend infantile Wettbewerbli – zeigt ein kleiner Rundgang.

Wenn die NZZ titeltUefa im Kontrollrausch„, dann ist das doch bemerkenswert. Immerhin ist die Uefa nicht niemand und die NZZ ein Weltblatt. Die Schlagzeile „UBS im Bonusrausch“ wäre aber nicht denkbar. Das sähe Herr Kurer und seine Zünftler gar nicht gern. Dem Sepp kanns aber wurscht sein, weil die Abwicklung der Party eh nur noch Routine ist. Und schliesslich gibt sich und hat auch die alte Tante ein wenig Mühe, die Euro einigermassen intelligent in Szene zu setzen. In einem reichlich infantilen Psychotest können Fussballdummies rausfinden, welche Mannschaft gefühlt am besten zum eigenen Karma passt. Supi, hey. Und in einer Art Börsenspiel kann man mit virtuellen Aktien von Fussballmannschaften dealen und dabei einen Swiss Flug oder einen iPod (was für ein ausgefallener Preis) gewinnen. Der Hammerslogan dazu: „Handeln Sie mit Ihren Erwartungen und gewinnen Sie attraktive Preise“. Liebe NZZ, das ist saurer Wein in rostigen Schläuchen.

Der nächste Zürcher Platzhirsch, TA Online, hat sein Euro Special immer noch sehr professionell versteckt. Nicht auf der Hauptseite, nicht in der Navi, man muss es suchen – hinten im Sportteil inmitten vom ganzen restlichen Sportwust. Obwohl es in diesem Special eigentlich brandheisse Hintergrundstorys gäbe, z.B. zu den Einsätzen von „deutschen Polizisten im Schweizer Nahkampf“. Erstaunlich auch, dass in diesem Euro Spezial die Topstory ganz oben vom 8. Mai stammt und damit schon ganze 12 Tage alt ist.

Man verlässt sich wohl im Hause TA eurotechnisch ganz auf das Newsnetzwerk Facts 2.0, wo man das Fussballdings mit allerlei Geschichten begleitet und sich mit dem Spreeblickblogger Malte Welding einen deutschen A-Blogger als Kolumnist geangelt hat. Komisch nur, dass auch diese gut gemachten Aktivitäten drüben bei TA Online konsequent verschwiegen werden. Auffallend auch: Reaktionen (Kommentare) auf die hübsch markierten Eurostorys bleiben bei FACTS 2.0 weitgehend aus.

Sehr traurig siehts bei Espace.ch aus, dem Gemischtwarenladen Onlineportal von Berner Zeitung, Bund, Thuner Tagblatt, Berner Oberländer, Berner Bär, Solothurner Tagblatt, Solothurner Woche, Capital FM, Canal 3 und Telebärn – alles zusammen monopolisiert erscheint bei Espace Media, einer Tochter von TA Media übrigens. Die haben auf ihrer gigantischen Web 0.9-Seite natürlich auch ein Euro Special, das erstens blinkt wie wild und zweitens noch nicht fertig programmiert zu sein scheint. Die Topstory hier hat extrem viel Lokalkolorit: „Ittigen kickt sich Euro-fit“ lautet die Schlagzeile zu einer hochbrisanten Hintergrundgeschichte über die örtliche 1.-August-Kommission, die sich in orangen T-Shirts an einem Töggelikastenturnier „zum Sieg spielte“. Beides, mit Verlaub, sind sehr gelungene Formulierungen für echte Dumpfbacken von nah und fern.

Viel Mühe gibt man sich dagegen bei 20min, ebenfalls ein TA-Media-Produkt. Das Eurodings ist auf der Hauptseite prominent verlinkt und dort finden wir ein vielgestaltiges und gut gepflegtes Angebot. Natürlich mit so klassischen Nullaussagen in den Schlagzeilen wie „Es kann wunderbar werden oder früh vorbei sein“. Herrlich. Sogar eine Rubrik „Neben dem Platz“ gibts hier. Topstory heute: EVP will mehr Geld von der Euro. Top Idee, oder? Neben dem übersichtlichen und umfassenden Angebot besticht hier die angenehme Zurückhaltung mit all zu viel dümmlichen Quizfragen.

Bei Blick Online, dem Boulevardsaurier aus dem Hause Ringier, lässt man sich hingegen nicht lumpen. Ist der ganze Multimediaflashvideoblinkiblinkizirkus erst mal geladen, hechel, gehts hier voll Rohr los. Die Euroseite ist mit Wettbewerben und PR-Storys dermassen zugepflastert überladen, dass der ganzen Sache die jounalistische Glaubwürdigkeit etwas abhanden kommt. Die UBS Arena hat man hier sogar mit einem eigenen Navipunkt bedacht, News gibts dort selbstredend nicht, dafür aber noch mehr Wettbewerbe. Beim Blick folgt man am konsequentesten dem eigentlichen Uefabusinessmodell und rollt eine grösstmögliche Businesslawine auf allen Kanälen aus. Wir würden hier von Züri Höngg aus mal kühn behaupten, dass sie beim Blick mit den vielen infantilen Gewinnspielchen leicht übers Ziel hinaus schiessen und normal intelligente Leute extrem nerven.

heute online (Ringier) hat noch gar nicht gross Lust gehabt, das Fussballdings zu fiitschern. Genau genommen könnte man sagen, dass heute bis heute die Euro 08 quasi totschweigt. Das Fachportal für unterbelichtete unterbeschäftigte Ausgehkids (oversexed and underfucked) beschränkt sich zumindest heute auf den Marschbefehl von Verteidigungsminister Sämi Schmid, einer Veranstaltung, an der die Schweizer Kicker ihr schlecht sitzenden Designeranzüge erstmals ausführen durften. Nicht gerade der Brüller, diese Meldung. Trotzdem steht sie auch auf der Sportseite zuoberst und ist dort die einzige Euromeldung bis weit unten in der Seite, wo eine vier Tage alte Meldung zur Einschränkung des Flugverkehrs über den Stadien vor sich hindöst. – Gut, die machen ja ihren Laden bald dicht (und werden zum Blick am Abend) und haben vermutlich deswegen das Fussballdings gar nicht erst angeschoben. Würden wir hier auch so machen.

Fazit: Die mediale Aufbereitung der Euro ist mangels allgemeiner Begeisterung bisher weitgehend gescheitert. Nirgends will richtig gute Laune aufkommen, es dominieren Pflichtstoff und Marketinggetöse, wie selbst Spiegel Online konsterniert feststellt. Die Uefa bastelt an div. Imagebaustellen (Tarife bei Public Viewings, Dresscodes, Masern, etcpp.) und das ganze riesige Supermegagigaevent will einfach nicht so recht ins Umfeld der Supermegaerdbeben und dem Supermegacampinggroove im Irrawaddydelta und den Supermeganahrungsmittelkrisen und dem supermegarassistischen Aufstand in Joburg (WM 2010) passen. Finden wir hier in Züri Höngg.

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Die ganzen Drohnen und alles könnte man ja nicht rechtfertigen, gäbe es da nicht Ambusher wie die Al Kaida, einem fiesen Krawallstartup. Rechtzeitig einen Monat vor dem Ansturm Anpfiff haben sie mal einen ersten Programmüberblick abgeliefert: Sie wollen die beiden sichersten Länder Europas in eine Hölle verwandeln. Tut das nicht, ihr Saftsäcke. Unsere Drohnen fliegen auch ohne eure Bomben.

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Die häusliche Gewalt werde während der Euro 08 zunehmen, melden die Frauenhäuser. Studien sprechen von 30%, Gründe seien erhöhter Stress und Trunkenheit. Egal wie hoch die Zahlen wirklich sind, sie sind ein makabres Mosaiksteinchen im ServicePublicPreis, den die Allgemeinheit für diese Businesswalze zu bezahlen hat.

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Wie und wo Anwohner von Fan- und Sexzonen dann wieder nach Hause kommen, interessiert vier Wochen vor der Party noch kaum jemanden. Ausser vielleicht Herrn Zee vom Architecture Blog. Viel hat er bei seinen Recherchen zwar nicht herausgefunden, aber immerhin werde im Fanzonenhandbuch die erstaunliche Tatsache vermeldet, dass es eine Auflage für den Bierpreis gibt, 4 dl sind für Fr. 5.-/Euro 3.50 zu verdealen. Auflage? Freie Marktwirtschaft? Weiss der Preisüberwacher Bescheid?

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Auch Politiker dümpeln befassen sich in diesen Tagen fast nur noch mit allerhand superwichtigen Euro 08 Themen. In Bern hat das Stadtparlament beispielsweise via Postulat mit 61:0 Stimmen (gegen den Stadtpräsidenten) durchgesetzt, dass die Hydranten zum Gratisverzehr von Trinkwasser geöffnet werden sollen. Wofür sonst haben wir Parlamente, wenn nicht für so wichtige Sachen?

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PS: Die Short Spuks erscheinen hier regelmässig unregelmässig. Hinweise aus dem Fussvolk bitte an ballerina.eurospuk@gmail.com. Die Illustration dazu stammt von nille – vielen Dank.

Tja, liebe espace.ch, was soll man da noch sagen? Einfach das gleiche Bildli nehmen wie wir geht ja noch. Wir habens ja schliesslich auch nur genommen, hüstel. Wobei wir nicht ganz sicher sind, ob die Creative Commons Lizenz auch für steinreiche Medienhäuser gilt.

Wie auch immer: Dass das famose Kult-Bildli mit ausgerechnet dieser unmissverständlichen Geste als Dekoration für ein Espace-Quiz herhalten muss, ist doch eher unpassend, oder?

Als ob ihr dem Leser sagen wolltet: „Steckt euch euer Quiz selber in den Dings…“. Oder: „Ätsch, du Dumpfbacke weisst eh nichts“. Aber vermutlich handelt es sich doch um eine verkappte Abwesenheitsmeldung des verantwortlichen Programmierers, der endlich Feierabend machen und uns sagen wollte: „Fuck you, readers, i go Apéro“. Diesen Eindruck macht jedenfalls die Startseite des Quiz:

Tja, liebe Espace, so wird das nichts mit dem crossmedialen Eurosupporting.

Tss…