Eine Businesswalze wie dieses Fussballdings ist natürlich auch für den Boulevard ein gefundenes Fressen. Klar, dass man da aus vollen Rohren klotzt und auf allen Hochzeiten mittanzt.

Auf der einen Zeitungsseite lustige Wettbewerbe und aufgeblasene Peoplestorys, gleich auf der nächsten solidarisiert man sich mit dem gemeinen Fussballvolk, das sich über die Mangelware Ticket aufregt.

Da man den Sponsoren – die z.B. Ungeheuerlichkeiten wie die Biergeschichte in Basel durchsetzten (und vermutlich die meisten Tickets besitzen) – auch als BLICK nicht gut an den Karren fahren kann, müssen wiedermal die Politiker herhalten. Die haben nämlich dafür, dass sie die Millionensubventionen für die Euro durchgewinkt haben, Gratistickets bekommen. Ein völlig normaler Vorgang. Jeder Jodlerclub lädt den Gemeinderat zum Vortragsabend ein. Inkl. Wurst und Wein.

Der BLICK macht aus den Politikertickets natürlich eine saftig empörte Politkerschelte, um sich beim Soccercrowd einzuschleimen. Er empfiehlt seinen Lesern auf einer Doppelseite (gestern, nur Print), die Politiker per E-Mail um die ollen Gratistickets anzubetteln und nennt unter dem Bild der 24 Politker auch gleich noch die jeweiligen E-Mailadressen. Die betroffenen Parlamentarier dürften noch bis ca. Sonntagabend mit dem Löschen von mehreren tausend Mails beschäftigt sein. Eine Art Spam sozusagen.

Schlimm? Ach was, that’s Boulevard 08. Dass dieser immer ein wenig schlimmer wird, gehört zum Geschäft.

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