Bild: Erklärung von Bern

Dieser Steilpass der Credit Suisse ging voll daneben: Die tausenden von Euro08-Bällen, die die Bank momentan mit grossem PR-Getöse verteilen lässt, wurden in Kinderarbeit in Pakistan hergestellt. Für die Hälfte des Preises, der ortsüblich bezahlt wird. Peinlich.

Fussbälle in Pakistan herstellen lassen ist nicht unüblich, das Land ist führend darin. Kinderarbeit ist dort auch üblich. Wobei die das selber eher so sehen, wie wenn bei uns ein Kind auf dem Bauernhof mithilft. Immerhin ist diese Fussballnäherei in Pakistan keine Industrie in Fabriken, sondern eine in tausenden von Heimarbeitsfamilien. In nicht wenigen sollen die Bedingungen nicht all zu schlecht sein, in anderen eher grenzwertig, und in vielen steht es sicher schlecht bis mies mit den Bedingungen.

Dass sich die CS ausgerechnet die billigsten Lieferanten ausgesucht hat oder solchen auf den Leim gegangen ist, ist sehr peinlich. Der Mehrpreis für einen Ball mit Fair-Trade-Charakter wäre im Budget dieser Aktion ein Klacks gewesen. Immerhin will die CS mit den Bällen «Kindern und Jugendlichen die Freude am Fussballspiel vermitteln». So geht das natürlich nicht (mehr).

Man stelle sich vor, die CS hätte die Bälle über ein integres Fair-Trade-Projekt bezogen. Das hätten sie dann auf ihre Fahnen schreiben können. Jetzt aber hat 10vor10 recherchiert und nix schönes herausgefunden: Die CS kaufte Bälle aus Kinderarbeit zu Dumpingpreisen ein und will damit Kinderfussball in der Schweiz fördern. Tja, voll daneben, liebe CS.

Der Bericht wird zwar erst heute Abend gesendet, wurde gestern abend gesendet, ist aber jetzt schon war aber schon am Nachmittag in den Onlineportalen präsent (und ab morgen jetzt bei 10vor10 online). Man darf auch gespannt sein, was die Sonntagspresse dazu sagt. Noch spannender wäre, in der verantwortlichen PR-Abteilung der Grossbank die Maus zu spielen. Dort muss der Bär los sein ab diesem PR-Gau.

Oder hat die CS im Moment sowieso andere Sorgen?

Quelle: 20min

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