Benedikt Weibel ist Delegierter des Bundes für die reibungslose Durchführung des grössten Sportevents, den die Schweiz je gesehen hat. Sein Budget: 82 Millionen CHF (51 Mio. Euro). Seine Mission: Gute Stimmung machen. Sein Versprechen: “Vom 7. Juni an ist alles, was jetzt geschrieben wird, nur noch Makulatur.”
Sagt er in einem Interview bei persönlich.com. Da sind wir allerdings nicht so sicher. Die Skepsis gegenüber solchen Grossveranstaltungen und insbesondere gegenüber dem sonderbaren und einnehmenden Gebahren der Uefa und der Sponsoren wächst unübersehbar. Ebenso die Zweifel an den angepeilten Marketingeffekten solcher Megaevents – etwa im Dienste des Tourismus.
Der Fan von heute sei der Gast von morgen, lautet der Tenor. Mag ja sein, dass der eine oder andere Fan später wieder kommt. Aber in früheren Eurodestinationen sind die erhofften Zuwachsraten – so singen es die Spatzen von den Dächern – langfristig ausgeblieben. Oder erinnert sich noch jemand an die Hostcitys der Euro 04 in Portugal? Kennen Sie jemand, der wegen der WM 06 nach Deutschland in die Ferien gefahren ist?
Link: Das Interview mit Benedikt Weibel bei persönlich.com

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April 21, 2008 um 1:17 Uhr nachmittags
Frau Seiten-Linie
Na, erzählen Sie das mit dem Marketing einmal einem lokalen Public Viewing Organisator.
Die flippen nämlich aus, wenn das Fernsehen schreibt: “Wir kommen zu Ihnen.”
Das teilen oben genannte Public Viewing Organisatoren dann der Presse mit und man kann es im Lokalblatt lesen: DAS FERNSEHEN KOMMT ZU UNS! Ja, wirklich zu UNS!
Und damit das auch wirklich alle kapieren, wird an Informationsveranstaltungen zu besagtem Anlass ehrfürchtig wiederholt: “Das Fernsehen kommt zu UNS.” Damit versucht man kritische Fragensteller an solchen Veranstaltungen auch schon mal mundtot zu machen: “Wir kommen gross raus, das Fernsehen kommt zu UNS, stellen Sie sich diesen Werbeeffekt vor - und Sie ewiger Meckerer nölen irgendwas von wegen fehlendem Verkehrskonzept und zu viel Lärm … wie können Sie nur, Sie Spielverderber Sie.”
Ich habe mir einen Gebetsteppich gekauft, damit ich dem Fernsehen, das zu MIR kommt, huldigen kann. Und damit ich bei Petrus schönes Wetter bestellen kann. Sozusagen mein persönlicher Beitrag zu einem gelungenen Marketing. Ich will ja dann nicht schuld sein, wenn es schifft und das Fernsehen, das zu MIR kommt, nur ein paar graue Bildlis durch die Röhre sendet.
Das mit der Makulatur dauert bei den Bildli im Fernsehen halt einfach ein bisschen länger als bis zum 7. Juni. Vielleicht bis nach den Sommerferien. Mit etwas Glück.
Frau Seiten-Linie